And the winner is… – Benchmarking einer Embedded Software Entwicklungsplattfom

Bisher programmierte der Elektrik/Elektronik Bereich eines deutschen Maschinenbauers eingebettete Software auf Basis einer zusammengeschusterten Entwicklungsplattform. Das Nachfolgesystem steht bereits fest, jedoch meldet der Steuerkreis Zweifel an der Technologie an. Insbesondere die Attraktivität am Arbeitsmarkt der Entwickler wird angezweifelt. Auch stehen die Code-Qualitätskomponente sowie das Kommunikations-Tool in Frage. Das Problem: eigentlich sollte die Plattform bereits im April in Deutschland ausgerollt werden. Eine komplette Kehrtwende würde das Unternehmen in der Embedded Softwareentwicklung um Monate zurückwerfen. Wie kann der Projektleiter die ursprüngliche Entscheidung in wenigen Wochen absichern?

Problem: die Embedded Software Entwicklungsplattform steht in Frage

„Warum jetzt die Rolle zurück?“. Aufgebracht wandte sich Paul Matern an seinen IT-Architekturkollegen Michael Albrecht. „Laut dem Elektrik/Elektronik (E/E) Top-Management Beschluss vom Dezember ist die Plattform ‚FutureDevelop‘ für unsere Embedded Softwareentwickler gesetzt. Ich verstehe den Steuerkreis nicht. Weshalb fordern die jetzt plötzlich einen Benchmark ein?“. „Nur die Ruhe.“, versuchte Albrecht seinen Kollegen zu beschwichtigen: „Ich kann die Reaktion unserer Bereichsleiterin nachvollziehen. Diese möchte sich nur absichern. Das Risiko besteht, dass wir auf eine Folgetechnologie setzen, die zukünftig weder für Entwickler noch für Kunden sexy ist. Es ist ganz richtig den Blick etwas zu weiten und über den Tellerrand hinaus zu schauen.“. Paul Matern seufzte. „Sicher, es geht immer besser. Bei der Kommunikations- und Code-Qualitätskomponente existiert attraktive Alternativsoftware. Aber warum jetzt erst diese Fragen? Wir haben Anfang März. Ende April soll die Plattform hier in Deutschland Live gehen!“.

Mit ratlosen Blick wandte sich Matern von seinem Kollegen ab und begann zu grübeln. Für einige Minuten war es komplett still im Raum. Michael Albrecht unterbrach das Schweigen: „Wir müssen FutureDevelop mit einem Benchmark absichern. Dieser soll nachweisen, dass wir mit den 12 technischen Komponenten der Plattform richtigliegen. Da wir alle hier in der Abteilung bis über beide Ohren in Projekten stecken, schlage ich vor, wir beauftragen einen Dienstleister.“ Paul Matern hob die Augenbrauen, doch sein Kollege Albrecht fuhr fort. „Der Münchner Business/IT-Spezialist mosaiic hatte uns damals bei der Tool Evaluierung für die neue Bedatungssoftware begleitet. Ich werde die Berater kontaktieren. Vielleicht haben diese einen Vorschlag, wie wir bis Monatsende an eine belastbare Steuerkreis-Unterlage gelangen.“. Gesagt getan. Albrecht griff zu seinem Handy und wählte die Nummer des mosaiic Consultants. Anfang März. Das Jahr geht auf Ostern zu.

Vorgehen: Plattform Benchmarking auf Basis eines festen Untersuchungsrahmens

Die mosaiic Berater zögerten nicht lange und schlugen eine Auftragsklärung für Donnerstag vor. In diesem galt es für den Benchmark zu klären:

  • Wer ist der Empfänger des Benchmarks? Was ist diesem wichtig? Wie wird die Unterlage weiterverwendet?
  • Worin bestehen die drei Hauptannahmen? Welche Teilfragen schließen sich an?
  • Welche Komponenten von FutureDevelop sind im Scope? Welche Plattform-Alternativen gilt es zu berücksichtigen?
  • Welche Informationsquellen sollen betrachtet werden? Sind Sekundärquellen ausreichend oder kommen ebenfalls Primärquellen in Frage?

„Warum alles so genau?“ erkundigte sich Paul Matern etwas überrascht. „Reicht nicht eine einfache Webrecherche mit einer Suchmaschine. Auch kann ich Ihnen einige Bücher empfehlen“. Doch die mosaiic Consultants verharrten auf der Klärung der Lösungs-, Such- und Betrachtungsraums. Erst als Klarheit bestand, an welcher Stelle, wie detailliert und nach was genau recherchiert werden sollte, machten sich die Berater an die Arbeit.

Anhand von 20 Einzelfragen führte mosaiic eine Sekundäranalyse durch. Schnell stellten die Münchner fest, dass eine reine Suchmaschinenrecherche nur von geringem Erfolg gekrönt sein würde. Die Trefferlisten waren zu lang und die angezeigten Informationen zu unspezifisch. Die Berater änderten ihre Suchstrategie und forschten stattdessen in spezifischen Fachquellen.

Ordnungsrahmen für das Benchmarking der Embedded Software Plattform
  • Entwicklungsforen wie stack overflow und Google Groups sowie Karriereportale wie StepStone und Monster, um zu messen, wie beliebt eine technische Komponente bei Programmierern ist.
  • Herstellerwebseiten, Wikipedia und Börsenportale, um die Tech-Unternehmen hinter den FutureDevelop-Komponenten besser einschätzen zu können.
  • Technische Dokumentation und Fachbücher, um die Leistungs- und Integrationsfähigkeit der Komponenten faktenbasiert zu beurteilen.

Zudem befragten die Consultants ihr weit verzweigtes Partnernetzwerk. Welche Maschinenbauer entwickeln ebenfalls ihre eingebettete Software auf Basis einer Plattform? Welche Technologie ist am Markt verbreitet? Was lehren die Universitäten in ihren Vorlesungen?

Wie gute Journalisten, sicherten die Experten jeden Fakt mit einer zweiten Quelle doppelt ab. Auch setzte mosaiic quantitative Aussagen (z.B. 32.000 Beiträge auf stack overflow) in einen Kontext zu einer alternativen Komponente. Berücksichtigt wurden zudem die Software-as-a-Service Plattformen von Google, Amazon und Microsoft. Um ein Gefühl für die Cloud basierten Lösungen zu erhalten, konfigurierten sich die Berater in wenigen Stunden eine Test- und Experimentierstellung.

Schließlich gossen sie ihre Ergebnisse in eine Entscheidervorlage. Einer Management Summary folgten – pyramidal angeordnet – die Kernerkenntnisse. Nächste Schritte und das Vorgehen im Benchmark rundeten das Executive Papier ab.

Ergebnisse: eine belastbare Entscheidungsunterlage für den Steuerkreis

29. März. Vor Paul Matern und Michael Albrecht lag der 30-seitige Foliensatz. Soeben hatten die mosaiic Berater den Meeting-Raum verlassen. Die Ergebnisdiskussion verlief konstruktiv und offen. Die Code-Qualitätskomponenten konnten bestätigt werden. Für das Kommunikations-Tool schlug mosaiic eine alternative Komponente vor.

„Ich hätte nie geglaubt, dass wir innerhalb von drei Wochen unsere Entscheidung für FutureDevelop so stark erhärten konnten.“, gab Matern zu und ergänzte: „Die Inhalte reichen locker, um unsere Bereichsleiterin und den Steuerkreis vom Festhalten an FutureDevelop zu überzeugen.“.

Zufrieden lehnten sich beide zurück. Jetzt war erst einmal Ostern. Matern und Albrecht wussten, dass nach den Feiertagen ein riesiger Berg Arbeit auf sie warten würde. Aber ging es dann nicht um das Ob, sondern das Wie. Daher: wie bekommen sie FutureDevelop bis Ende April im Elektronik/Elektrik Bereich zum Fliegen?

Auf dem Weg zum internationalen Roll-out würde sicher noch der ein oder andere Benchmark bzw. die eine oder andere Tool-Evaluierung zu absolvieren sein. Mit mosaiic wussten sie jetzt einen starken Partner an ihrer Seite.

Sie digitalisieren Ihre Geschäftsprozesse und planen Ihre Tool-Entscheidungen abzusichern. Gerne entlasten wir Sie beim Benchmarking der vorgesehenen IT-Systeme auf Basis eines strukturierten, fundierten und transparenten Vorgehens.

/ Ansprechpartner: Michael Fahmüller

/ Text: Dr. Christopher Schulz