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Seit 16. April 2018 liegt The Open Group Architecture Framework (TOGAF®) in der Version 9.2 vor. Seit der letzten Überarbeitung sind über 6 Jahre vergangen. Eine lange Zeit. Nun drängt sich Enterprise-, Business- und IT-Architekten gleichermaßen die Frage auf: Was hat sich gegenüber dem Vorgänger 9.1 alles getan? Was ist gleichgeblieben? Und inwieweit sind die TOGAF®-Zertifizierungen weiterhin gültig? Im mosaiic Impuls geben wir in die wichtigsten Infos im Überblick.

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Im Enterprise Architecture Management gehört sie zu den Top 3 Fragen: “Wie viele Informationen über unsere Unternehmensarchitektur müssen wir dokumentieren?”. Gelegentlich wird die Frage präzisiert: “In welchen Umfang und in welcher Detailtiefe sollen wir unsere Enterprise Architecture aufnehmen und regelmäßig aktuell halten?”. Das Spektrum der Antworten reicht von “proaktiv 100 Prozent vollständig” bis “Dokumentation nur bei Bedarf”. Was für Sie die richtigen Dokumentationsprinzipien sind, erfahren Sie in diesem mosaiic Impuls.

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Bestimmt arbeiten Sie und Ihre Produkt- und Softwareentwicklungsteams bereits nach Scrum. Der agile Ansatz ist für eine Teamstärke von 3-9 Personen gedacht. Doch wie gehen Sie vor, falls es sich um ein richtig großes Projekt handelt? Wenn das Vorhaben räumlich verteilt vorangetrieben wird, die Initiative auf einen mittel- bis langfristigen Zeitraum angelegt ist? Dann müssen Sie skalieren. Doch wie? Das Nexus™ Framework der Erfinder von Scrum könnte Ihnen diese Frage beantworten. Im mosaiic Impuls geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte des Rahmenwerks.

Zweck – Warum ein Nexus™ Framework?

Das Nexus™ Framework ist ein Prozess-Rahmenwerk für 2-9 Scrum Teams, die gemeinsam ein integriertes Produkt bzw. eine integrierte Software erzeugen. Die Hauptziele bestehen in

  • der Minimierung von Abhängigkeiten zwischen den parallel arbeitenden Teams sowie
  • der Reduktion der Integrationsprobleme der erzeugten Teilergebnisse.

Im Gegensatz zu Skalierte Agile Ansätzen wie LeSS oder SAFe gibt sich das Nexus™ Framework minimalistisch. Grundbaustein ist der agile Ansatz Scrum. Dieser wird durch das Rahmenwerk um neue Rollen, Ereignissen, Artefakten und Regeln erweitert, welche die arbeitsteilige Realisierung eines Produktes durch 3 bis 9 Scrum Teams ermöglichen. Dabei sorgt Nexus™ Framework für Transparenz, Orientierung und Koordination.

Übrigens steht der Begriff ‚Nexus‘ (Neutrum) für „Eine Beziehung oder Verbindung zwischen Personen oder Dingen“. Stand April 2018 liegt das Rahmenwerk in der Version 3.0 vor.

Aufbau – Struktur des Nexus™ Rahmenwerks

Das Nexus™ Framework erweitert Scrum um ausgewählte Aspekte. Neben den maximal neun parallel wirkenden Scrum Teams ist ein sogenanntes Nexus Integration Team erforderlich. Dieses besteht aus:

  • Product Owner – alleiniger Verantwortlicher für die Produktentwicklung, d.h. die Fertigstellung eines integrierten Teilelements während der Dauer eines Sprints.
  • Scrum Master – Verantwortlicher für das Verständnis und die Umsetzung des Nexus Rahmenwerks
  • Nexus Integration Teammitglieder – Verantwortlich für einheitliches Verständnis und Einsatz der Praktiken & Werkzeuge in den Scrum Teams

Das Nexus Integration Team coacht, koordiniert und stellt die korrekte Ausführung der parallelen Entwicklungsarbeiten nach Scrum sicher.

Nexus™ Rahmenwerk für die Skalierung von Scrum

Aus Scrum sind Ihnen sicherlich das Konzepte der Backlogs bekannt, geordnete Listen von Produkt- bzw. Softwareanforderungen. Das Nexus™ Framework sieht ein gemeinsames Product Backlog sowie pro Team ein eigenes Sprint Backlog vor. Zusätzlich wartet der Ansatz mit einem zentralen Nexus Sprint Backlog auf. Pro Sprint enthält dieses die ausgewählten Product Backlog-Einträge der Scrum Teams und deren Abhängigkeiten zueinander.

Anwendung – Skalierung von LeSS auf die Projektprogrammebene

Das Rahmenwerk hält seine Anwender an, das Wissen und die Arbeit zwischen den Scrum Teams entlang drei Ebenen geschickt und mit Voraussicht zu verteilen:

  • Anforderungen und deren Umsetzung
  • Fach- und IT-Wissen
  • Software- und Testartefakte

Ziel ist die Minimierung von Abhängigkeiten zwischen Ergebnissen und damit Scrum Teams. Zudem fordert das Framework, dass alle Teams ihre Arbeit in einer gemeinsamen Umgebung integrieren.

Zusätzlich zu dem bekannten Daily Scrum und dem Sprint Retrospective, sieht Nexus einen Nexus Daily Scrum und eine Nexus Sprint Retrospective mit ausgewählten Vertretern der Teams vor. Eine Sichtung des Gesamtergebnisses erfolgt Team-übergreifend im Nexus Sprint Review.

Pros & Cons – Die Vor- und Nachteile des Nexus™ Framework

Wenn Sie Scrum bereits praktizieren, sollte Ihnen die Skalierung mittels des Nexus™ Frameworks wenig Kopfzerbrechen bereiten. Im Kern nutzen Sie den bekannten agilen Rahmenansatz, dieser wird durch wenige zusätzliche Meetings, Ergebnistypen und Regeln erweitert. Werfen Sie einen Blick auf den 15-seitigen Nexus Guide (deutsch und ~30 weitere Sprachen, Stand: Anfang 2018). In einer knappen Stunde sind Sie mit den Grundlagen des skalierten Ansatzes vertraut.

Pferdefuß von Nexus™ ist das Limit von maximal 9 Teams. Sind für Ihr Produkt 100 und mehr Personen erforderlich, benötigen Sie Struktur- und Ablaufkonzepte die das Framework nicht bietet. Der Fokus des Rahmenwerks liegt auf dem Integrationsteam und der Scrum-of-Scrum Abwicklung. Nexus™ gibt leider  keine Auskunft darüber, wie die agilen Entwicklungsprozesse mit Disziplinen wie dem Projektportfoliomanagement, IT Betrieb, Strategieprozessen, etc. verzahnt werden können.

Hintergrund – Personen hinter dem Nexus™ Ansatz

Kein geringerer als Ken Schwaber – Urvater von Scrum und Unterzeichner des Agile Manifesto – steht hinter dem Nexus™ Framework. Schwaber gründete die Agile Alliance und die Scrum Alliance, 2009 dann das Unternehmen Scrum.org.

Im Frühling 2018 ist Nexus™ kostenlos und wird in Form des Guides und weiterer weitere Ressourcen angeboten. Wie beim Scrum Rahmenwerk sind die Nexus Rollen, Artefakte, Events und Regeln unveränderlich. Zwar können Sie einen Teil des Frameworks einsetzen, das Ergebnis ist dann jedoch nicht mehr Nexus.

Wie Scaled Agile, Inc. (SAFe) und LeSS Company B.V. (LeSS) finanziert sich Scrum.org durch Trainings und Zertifizierungen. Innerhalb von zwei Tagen können Sie sich zum Scaled Professional Scrum™ (SPS) ausbilden und anschließend prüfen lassen. Stand 04/2018 haben dies weltweit bereits 1.200 Personen getan. Auf englischsprachigen Webseite stehen Ihnen ein Blog, ein Forum, mehrere Webcasts und Videos sowie ein Online Test (Open Assessment) kostenfrei zur Verfügung

Fazit

Fahren Sie Ihre kleinen Projekte bereits nach Scrum und möchten dies auch für ihre mittleren Vorhaben tun, dann sollten Sie einen Blick auf das Nexus™ Framework werfen. Bei wenigen ergänzenden Konzepten erlaubt Ihnen der Ansatz Ihre agilen Praktiken auf direktem Wege zu skalieren. Leider bietet das Rahmenwerk (noch) keine Antworten für große Vorhaben jenseits von 100 Mitarbeitern. Zudem lässt Nexus™ ebenfalls offen, wie Sie den Ansatz in Ihre vorhandene Prozesswelt integrieren.

Einladung zur Diskussion

Nexus™ Sprint Goal? Integrated Increment? Wann verwende ich lieber LeSS oder SAFe? Sie möchten mehr über das Nexus™ Framework und dessen Einsatz in Ihrer Organisation erfahren? Vereinbaren Sie mit unseren Experten Dr. Christopher Schulz einen kostenfreien Diskussionstermin.

Setzen Sie Ihre Entwicklungsprojekte agil um? Falls ja, dann ist Scrum auf Einzelteam-Ebene für Sie bestimmt ein alter Hut. Sie kennen die Kernkonzepte wie Product Backlog, Sprint Review und Scrum Master aus dem FF, sind mit dem Agilen Manifesto bestens vertraut.

Doch wie gehen Sie vor, wenn der Output eines einzelnen Entwicklungsteams nicht mehr ausreicht? Wenn das Produkt zu umfangreich, die Zeitspanne zu knapp bemessen, die geforderte Qualität zu hoch angesetzt ist? Wenn Ihre Mitarbeiter an verschiedenen Standorten parallel an einem Ergebnis arbeiten? Scrum – DAS agile Framework – lässt Sie in solchen Fällen leider allein.

Doch keine Angst: Ansätze wie das Large-Scale Scrum Framework – kurz LeSS – springen in die Lücke und greifen Ihnen bei agilen Großprojekten unter die Arme. Wer und was hinter LeSS steht und ob im agilen Kontext Weniger wirklich Mehr bedeutet, beleuchten wir in diesem mosaiic Impuls.

Zweck – Warum ein Large-Scale Scrum (LeSS) Framework?

Auf einen Satz reduziert: das Large-Scale Scrum (LeSS) Framework unterstützt Sie bei der Produktentwicklung von mehreren nach Scrum arbeitenden Teams. Das Rahmenwerk liefert ihnen organisatorische Verfahrensweisen, um Ihre einzelnen Scrum Teams mit geringem administrativen Aufwand effektiv zu synchronisieren. Dabei werden traditionellen Teamleiter- und Projektmanagerrollen eliminiert. Stattdessen definiert ein sogenannter Product Owner funktions- und komponentenübergreifend das Produkt, welches parallel von mehreren selbstorganisierten Teams umgesetzt wird.

Aufbau – Grundprinzipien von LeSS

Analog dem bereits vorgestellten Scaled Agile Framework fußt auch LeSS auf spezifischen Prinzipien. Diese sollen Sie beim Einsatz des Rahmenwerks in der verteilten Produktentwicklung unterstützen.

  • Large-Scale Scrum ist Scrum
  • Transparenz
  • Mehr mit Weniger
  • Gesamtproduktfokus
  • Kundenzentrierung
  • Kontinuierliche Verbesserung hinzu Perfektion
  • ‚Lean‘ (knapp) Denken
  • Systemisches Denken
  • Empirische Prozesssteuerung
  • Warteschlangentheorie

Details zu jedem Prinzip und die Beziehung zu anderen Prinzipien finden Sie auf der offiziellen englischsprachigen LeSS Webseite. Viele der Prinzipien sind bereits im Scrum Guide beschrieben, beziehen sich dort jedoch auf den Einzelteam-Kontext.

Neben den Prinzipien fördert LeSS technische Exzellenz, beispielsweise kontinuierliche Integration und Auslieferung oder die Testautomation. Einen englischsprachigen Überblick alle 10 Exzellenzfelder finden Sie hier.

Anwendung – Skalierung von LeSS auf die Projektprogrammebene

Für den Einsatz unterteilt LeSS in zwei Fälle: Projekte, die 8 oder weniger Teams involvieren und solche, die mehr als 9 Teams benötigen.

  1. LeSS: Rahmenwerk für bis zu 8 Teams mit jeweils max. 8 Personen. Diese entwickeln gemeinsam an einem Produkt unter einem einzigen Product Owner.
  2. LeSS Huge: Rahmenwerk für mehr als 8 Teams die für einen Product Owner an einem Produkt arbeiten. Jeweils 4 bis 8 Teams arbeiten gemeinsam unter einem Area Product Owner an einem sogenannten Requirement Area, eine Menge von aus Kundensicht zusammengehörigen Produktanforderungen.

Details zur Aufbau- und Ablauforganisation sowie dem Mindset von LeSS finden Sie auf der Webseite unter Structure sowie Management. Auch bei der Einführung des Frameworks steht Ihnen das Large-Scale Scrum Framework zur Seite. So erhalten Sie unter anderem Hinweise für den perfekten Start, Coaching Tipps sowie eine Feature Team Adoption Map.

Large-Scale Scrum (LeSS) Framework

Obere Abbildung illustriert die wichtigsten Elemente des Large-Scale Scrum Frameworks. Auf der LeSS-Webseite finden Sie ebenfalls dieses Schaubild. Per Mausklick auf die Bereiche des ‚Big Pictures‘ gelangen Sie an weiterführende Details.

Pros & Cons – Die Vor- und Nachteile des Large-Scale Scrum Framework

Wie das Akronym bereits andeutet, gibt sich das LeSS Framework sehr leichtgewichtig. Aufbauend auf Scrum werden nur sehr wenige zusätzliche Konzepte eingeführt. Damit ist der Ansatz ideal, wenn Sie bereits über Agile und Lean Kompetenzen verfügen und beabsichtigen Projektprogramme per Scrum abzufahren.

Gegenüber dem Scaled Agile Framework gibt der Rahmen bzgl. Unternehmensstrategie, -architektur oder -portfolio keinerlei Auskunft. Gerade mittlere und große Organisationen benötigen auf höheren Ebenen jedoch häufig Klarheit. Klarheit bezüglich Organisation, Abläufe und Ergebnisse. LeSS liefert hier (bisher) keine Konzepte.

Hintergrund – Personen hinter dem Large-Scale Scrum Framework

Hinter dem Large-Scale Scrum Framework stehen die zwei Ingenieure Craig Larman und Bas Vodde. Im Jahre 2005 arbeiteten beide bei Nokias Siemens Networks und starteten zeitgleich die Arbeit an LeSS. Neben Scrum basiert das Framework auf Larmans und Voddes Erfahrung bei der Entwicklung großer Produkte in Finanz- und Telekommunikationsbranche. In zahlreichen Experimenten fanden die Techniker heraus, welche agilen Modelle und Methoden in der Praxis komplexer Projektprogramme funktionieren. 2013 gossen sie ihre Erkenntnisse schließlich in das LeSS Framework Regeln.

Laut Webseite Angaben wurde der Ansatz in kleinen als auch großen Teams erprobt, nutzten produktbasierte Unternehmen (z.B. JP Morgan) LeSS gleichermaßen wie projektorientierte Firmen (z.B. Valtech). Seit 2014 steht hinter dem Rahmenwerk die LeSS Company B.V.. Analog dem Scaled Agile Framework, ist LeSS frei verfügbar. Die Webseite less.works bietet Ihnen zahlreiche kostenfreie englischsprachige Blogbeiträge, Lern- und Trainingsmaterialien, Videos und Buchkapitel. Einnahmen generiert das Unternehmen mit LeSS Zertifizierung, Training, Coaching sowie Konferenzen.

Fazit

Ihre Einzelteams arbeiten bereits nach Scrum? Sie planen ein einzelnes Großprodukt an welchem mehrere Teams parallel entwickeln sollen? Dann sollten Sie ein Blick auf das Large-Scale Scrum Framework werfen. Bzgl. Rollen, Ablauf und Ergebnissen variiert das Framework nicht nennenswert von Ken Schwabers und Jeff Sutherlands Originalvorgehen Scrum. Nur das LeSS die agile Produktentwicklung eine Ebene höher auf das Programm-Level hebt.

Übrigens: wenn Sie ein gedrucktes Buch dem Klicken auf einer Webseite vorziehen oder lieber in Deutsch lesen, dann empfehlen wir Ihnen das Buch Large-scale Scrum: Scrum erfolgreich skalieren mit LeSS. Das Werk stammt aus der Feder von Larman & Vodde und enthält die Quintessenz zum Framework.

Einladung zur Diskussion

Go & See Ansatz? Requirement Area? Head of Product Group? Sie möchten mehr über das Large-Scale Scrum Framework und dessen Einsatz in Ihrer Organisation erfahren? Vereinbaren Sie mit unseren Experten Dr. Christopher Schulz einen kostenfreien Diskussionstermin.

Kennen Sie das? Die Initiative Software Bewertung “Next Application Lifecycle Management” befindet sich auf der Zielgraden. Das ursprüngliche Feld von 15 Lösungen wurde durch Sie in den vergangenen Monaten auf zwei verbleibende Kandidaten zusammengedampft. Intern steht der Favorit längst fest. Auf Bitten des Top Management ziehen Sie für den letzten Hersteller Workshop einen externen Bewerter hinzu. Doch statt Ihre Einschätzungen zu stützen, stellt er die Bewertung in Frage. Wieso? Weshalb? Warum? Möglicherweise sind Sie in Ihrem Evaluierungsprozess in eine der vier kognitiven Stolperfallen getappt.

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