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Was verstehen Sie unter einer Enterprise Architecture (EA)? Sicherlich gehören für Sie die Geschäftsprozesse eines Unternehmens zu einer EA. Mit Gewissheit ebenfalls die IT-Systeme und Technologiekomponenten. Vielleicht auch noch die Geschäftsobjekte und Business Services. Doch ist die EA damit vollständig, konsistent und korrekt? Sind nicht vielleicht Elemente zu viel? Im mosaiic Impuls beleuchten wir die richtige Enterprise Architecture Definition und zeigen, wie Sie einen visuellen und leicht verständlichen Architektur-Scope entwickeln.

Die perfekte Enterprise Architecture Definition

Für die Definition einer Enterprise Architecture ziehen Unternehmensarchitekten gerne den ISO/IEC/IEEE 42010 Systems and Software Engineering – Architecture Description heran. Der Standard definiert eine Enterprise Architecture (EA) bzw. deutsch Unternehmensarchitektur so:

„Die Architektur eines Systems umfasst die Grundkonzepte und Eigenschaften eines Systems in seiner Umwelt, verkörpert durch dessen Elemente, Relationen und durch die Prinzipien seines Entwurfs und seiner Evolution.“

Wie im mosaiic Impuls Enterprise Architecture Frameworks – Struktur in stürmischen Zeiten erläutert, halten wir diese Definition einer Enterprise Architecture ganz und gar praxistauglich. Meist ist für Auftraggeber und Kunden des Enterprise Architecture Managements die Beschreibung schwer greifbar bzw. einfach zu kompliziert. Bereits bei dem Konzept ‚System Unternehmen‘ stoßen wir bei den Fachbereichen regelmäßig auf fragende Blicke. 

Da Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis eines der wichtigsten Aufgaben von Enterprise Architekten ist, nutzen wir in Meetings, Interviews und Workshops nachfolgende Abbildung.

Aufbau und Elemente einer Enterprise Architecture
Abbildung 1: Aufbau und Elemente einer Enterprise Architecture

Demnach besteht eine Enterprise Architecture aus vier Teilarchitekturen: der Enterprise Business, Application, Technical und Information Architecture. Jede Teilarchitektur besitzt unterschiedliche Elemente. So sind in der Enterprise Business Architecture beispielsweise Fachdomänen und Use-Cases enthalten, die Enterprise Technical Architecture wiederum verfügt über Technologie-Plattformen und Hardware-Module. Die Enterprise Technical und Application Architecture wird gerne als IT-Architektur zusammengefasst. Andersherum wird für die Business Architecture auch das Synonym Facharchitektur verwendet.

Welche Elemente nun eine spezifische Teilarchitektur ausmachen, hängt von den Zielen und Aufgaben Ihres Enterprise Architecture Managements ab. Dazu zwei Beispiele:

  1. Aktuell begleiten wir einen Kunden, der sich für den Datenaustauch zwischen einzelnen Applikationen Im Scope seiner EA sind damit:
  • Informationsobjekte der Enterprise Information Architecture sowie
  • die Applikationen und Schnittstellen der Enterprise Application Architecture
  1. 2017 unterstützten wir einen Kunden bei der Standardisierung seiner Individualapplikationen. Ausgangspunkt waren die Geschäftsprozesse. Als Enterprise Architecture Definition nutzten wir:
  • die Applikationen der Enteprise Application Architecture
  • die Geschäftsprozesse der Enterprise Business Architecture

Wichtig auch: definieren Sie, was genau unter einem Element zu verstehen ist bzw. wie diese mit anderen zusammenhängt. So spricht die Montageplanung vielleicht von ‚Applikation‘, die Kollegen von der Entwicklung Elektrik/Elektronik nutzen hingegen den Begriff ‚IT-System‘. Beide Bereiche verwenden verschiedene Worte, sprechen aber vom identischen Konzept.

Vielleicht gravierender ist die umgedrehte Situation: die Homonyme-Falle. Das heißt: gleicher Begriff, unterschiedliche Bedeutung. So versteht die IT-Abteilung unter ‚Funktion‘ die Systemfunktionen einer Applikation. Der Fachbereich bezieht sich mit dem Terminus ‚Funktion‘ jedoch auf die fachlichen Funktionen eines Business Services.

Zeitliche Aspekte beim Scopen einer Unternehmensarchitektur

Stehen die Elemente, Beziehungen und Teilarchitekturen Ihrer Enterprise Architecture fest, empfehlen wir die Zeitlichkeit festzuzurren. Hilfreich für die Aufgabe die folgende Abbildung:

Die Enterprise Architecture heute und zu diskreten zukünftigen Zeitpunkten
Abbildung 2: Die Enterprise Architecture heute und zu diskreten zukünftigen Zeitpunkten

Ihre aktuelle Unternehmensarchitektur – die Ist-EA – erheben Sie, beispielsweise indem sie bestehende Prozesse dokumentieren oder die eingesetzten Applikationen aufnehmen. Die Zielunternehmensarchitektur – Soll-EA – definieren Sie. Für einen spezifischen Zeitpunkt in der Zukunft legen Sie zum Beispiel die Applikationstechnologie (z.B. Java, C#) oder den Betrieb der Servereinheiten (z.B. Cloud, Inhouse) fest. Vom Ziel ausgehend, brechen Sie dann ein oder mehrere Zwischenunternehmensarchitekturen – die Plan-EAs – herunter. Auch diese terminieren Sie, natürlich überlappungsfrei.

Fazit

Enterprise Architecture Definitionen müssen nicht kompliziert und kopflastig sein. Nutzen Sie die vorgestellten Abbildungen, um Ihre taktischen und strategischen Enterprise Architecture Management Initiativen zu scopen. Ihr Vorteil: die Abbildungen haben sich in den Dialogen mit Nicht-Architekten bewährt. Sie stoßen auf Verständnis, erzeugen ein gemeinsames Bild.

Sie möchten Ihr Enterprise Architecture Management agil weiterentwickeln und dazu Ihre Unternehmensarchitektur definieren und scopen? Gerne unterstützen wir Sie dabei. Kontaktieren Sie unseren Experten Dr. Christopher Schulz für ein Gespräch.

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