Beitragsbild Software Test Pilot

Gehen Sie gerne ein Risiko ein? Sicher nicht, speziell wenn es um die Auswahl von Business Software geht. Immerhin handelt es sich in der Regel um eine hohe Investition, die Folgekosten verursacht und woran sich Ihr Unternehmen Jahrelang bindet. Statt den Angaben des Herstellers, Referenzkunden oder IT-Marktforschungsinstituten zu vertrauen, können Sie sich selbst ein Bild verschaffen. Sie absolvieren eine Probefahrt. Dazu starten Sie einen Software Test Pilot getreu dem Motto: Vertrauen ist gut, Ausprobieren ist besser.

Erste Hand erfahren statt theoretisch wissen

Sie haben eine erste Vorstudie gemacht und den Markt der Business Software nach einem geeigneten Tool für Ihre Fachkollegen durchkämt? Die Voranalyse förderte drei potentielle Softwareprodukte zu Tage? Sehr gut! Dann stehen Sie nun vor zwei Optionen:

  • Option 1: Sie verfeinern die Anforderungen und betrachten die Tools detaillierter. Vielleicht laden Sie auch die Hersteller ein und lassen sich die Software anhand definierter Anwendungsfälle vorführen.
  • Option 2: Sie verlieren keine Zeit und installieren drei Software Test Piloten. In wenigen Wochen prüfen Sie diese auf ihre Praxistauglichkeit.

Oft erleben wir, dass sich Unternehmen für Option 1 entscheiden. Es wird spezifiziert, verfeinert und geprüft. Alles auf Papier bzw. in langen Excel-Tabellen. Und alles in wochenlanger Kleinarbeit.

Statt zu theoretisieren und wertvolle Zeit zu verlieren, setzen Sie einen Software Test Piloten auf. Mittels diesem lernen Sie unmittelbar über die Lösung. Eine Entwicklung kommt Ihnen dabei zupass: Viele Hersteller von Business Software bieten heute Cloud-basierte Demo Versionen an, die Sie bequem herunterladen und in einem virtuellen abgeschotteten Bereich – einer Sandbox – testen können. Installieren. Verproben. Reüssieren oder Scheitern. Alles in wenigen Wochen.

Ein Software Test Pilot – wie eine Probefahrt mit dem potentiellen Neuwagen

Ein Test Pilot ist nicht gleich ein Test Pilot. Als Beratungsunternehmen mit Kunden aus dem Automobilumfeld, greifen wir gerne dazu das Beispiel des PKW-Neukaufs auf. Angenommen Sie planen die Investition in ein neues Auto. Um ein Gefühl für das Fahrzeug zu bekommen, können Sie

  • eine 60-minütige Probefahrt an einem Samstagvormittag vereinbaren,
  • den Händler bitten Ihnen das Fahrzeug übers Wochenende zu überlassen oder
  • das Traumauto für Ihre nächste Urlaubsreise zwei Wochen lang anmieten.

Je länger und umfangreicher die Testfahrt(en), desto mehr Praxiserfahrung sammeln Sie mit dem neuen Vehikel. Desto teurer wird jedoch auch diese Versuchsmaßnahme. Papiere müssen ausgefüllt, Sicherheiten hinterlegt, Termine koordiniert und teilweise auch Geld aufgebracht werden.

Analog der Software Test Pilot.  Auch hier können Sie zwischen der kurzen Probefahrt um den Block, der ausgedehnten Sprittour am Wochenende oder dem Dauertest zum und vom Ferienort entscheiden. Je länger und intensiver die Pilotierungsphase, desto größer die Lernerfahrung Ihres Unternehmens. Und umso mehr Zeit und Ressourcen müssen Sie und Ihre Kollegen einbringen.

Vor dem Aufsetzen des Versuchs die Ziele definieren

Sie wollen gleich die Software herunterladen, installieren und mit den Tests starten? Den Hersteller haben Sie bereits kontaktiert und um eine Demoversion seines Produkts gebeten?

Halten Sie jetzt einen kurzen Moment Inne. Es lohnt.

Bevor das Versuchsprojekt an die Startlinie geht, sollten Sie die Ziele des Piloten fixieren. Wir nutzen dazu folgende vier Kategorien, inspiriert von der kalifornischen Design Schmiede IDEO (siehe auch Abbildung).

  • Feasability (Machbarkeit)
    Ist der Software Test Pilot technisch von uns realisierbar? Haben wir ausreichend Ressourcen? Können wir ihn betreiben? Wie lässt er sich optimieren?
  • Desirability (Attraktivität)
    Wie kommt der Test Pilot bei den Anwendern an? Löst er deren Aufgaben? Arbeiten die Anwender dauerhaft mit der Software? Wie hoch ist das Nutzungspotential?
  • Viability (Wirtschaftlichkeit)
    Gewinnen wir mehr, als das wir (wiederkehrend) investieren? Sind quantifizierbarer und qualitativer Nutzen größer als die Kosten? Wie hoch sind die Folgekosten tatsächlich? Welche (impliziten) Risiken müssen wir tragen
  • Adaptability (Anpassbarkeit)
    Passt der Software Test Pilot in das technische, organisatorische und prozessuale Umfeld? Skaliert er in Daten und Anwendern? Lässt er sich bzgl. zukünftiger Anforderungen anpassen? Welche zukünftigen Herausforderungen zeichnen sich ab?

Definieren Sie vor der Software Test Pilotierung die wichtigsten Kategorien und deren Erkenntnisziele. Daher: was will Ihr Unternehmen mit der Probephase erreichen? Geht es um mehr um technische Marchbarkeit? Oder um den fachlichen Nutzen für die Anwender?

Abbildung: Software Test Pilot – Kategorien für Erkenntnisziele

Ordnen Sie diesen Zielen Ihren (möglichst messbare) Tool-Anforderungen zu. Diese fungieren als Annahmen, das heißt Hypothesen von denen Sie glauben, dass die Software diese erfüllt. Definieren Sie anschließend Tests und führen Sie Testläufe auf Basis ausgewählter Nutzdaten durch. Bestätigen oder wiederlegen Sie damit die Anforderungen.

Fazit

Eine neue Business Software ist nur so gut, wie Sie Ihr Unternehmen im Tagesgeschäft tatsächlich unterstützt. Statt länger Spezifikationen zu wälzen und den Angaben des Softwareherstellers Glauben zu schenken, können Sie ein Versuchsvorhaben lancieren. Wie beim Autokauf führen Sie eine kurze bis ausgedehnte Probefahrt durch. Dazu installieren Sie einen Software Test Piloten und lernen Sie in kurzer Zeit maximal über das Produkt. Die Folge: das Risiko sinkt, die falsche Software zu beschaffen.

Übrigens ist Test Pilot eine etwas unglückliche Übersetzung aus dem Englischen. Dort steht Pilot auch für Lotse. Demnach soll Sie ein Test Pilot lotsen, nämlich zur richtigen Softwareentscheidung.

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